Mittwoch, März 01, 2006

Syriana


"Syriana - Macht des Ölkartells" wäre wohl ein mehr oder weniger passender Untertitel für Stephen Gaghans, dem Autoren von "Traffic", Film gewesen.
Der Film ist schnitt- und kameratechnisch sehr ähnlich zu "Traffic", und hat ebenso mehrere verwobene Handlungsstränge, die zum Ende hin zusammengeführt werden:
Zum einen den des CIA-Agenten Bob Barnes (George Clooney), der den wahrscheinlich zukünftigen Emir Prinz Nasir ausschalten soll. Auf der anderen Seite Wirtschaftsfachmann und neuer Berater des Prinzen, der zwischen die Fronten gerät, gespielt von Matt Damon. Desweiteren der idealistische Anwalt Bennett Holiday (Jeffrey Wright), der die Fusion zweier Ölkonzerne überprüfen soll und last but not least den Weg eines einfachen Pakistani zum Gotteskrieger.

Das Ganze klingt auf dem Papier schon recht komplex und gequetscht in 128 Minuten ist es das noch sehr viel mehr. Hier liegt nämlich auch der Schwachpunkt von "Syriana". Die sehr facettenreiche Geschichte, die die vollste Aufmerksamkeit des Zuschauers erfordert, ist zu komplex für die verhältnismässig geringe Laufzeit. Die Charaktere bleiben auf der Strecke und es lässt sich nur sehr schwer eine emotionale Bindung zu den Betroffenen aufbauen, die in dem angeprangerten oberflächlichen und kühlen Bild des Ölgeschäfts nötig gewesen wäre, v.a im Gotteskriegerpart.
Trotzdem ist der Plot streckenweise höllisch spannend und äusserst Interessant, auch wenn etwas weniger Verschachtelungen in diesem Fall mehr gewesen wären. Die Vorlage zum Film lieferte Ex CIA-Agent Robert Baers Bestseller "See no Evil", den die U.S. Regierung zunächst verbieten wollte, dieses aber nicht geschafft hat.
Der Cast brilliert in der 'Verfilmung' geschloßen, allen voran Sympathieträger George Clooney, der für die Rolle 20 Kilo zugenommen hat (wieso?), doch ist die Auszeichnung mit dem Golden Globe und die Oscar Favouritenrolle etwas zuviel des Guten.

"Syriana" ist ein mutiger und toll geschriebener Film, der keine plumpe USA Diffarmierung betreibt, sondern mit intelligenter Story und guten Darsterllern (und leider dazu blassen Charakteren) seine Nachricht trotzdem an Mann und Frau zu bringen weiss.