Samstag, Januar 28, 2006

München


"The world was watching in 1972 as 11 Israeli athletes were murdered at the Munich Olympics. This is the story of what happened next".
So lautet die offizielle Tagline zu Steven Spielbergs neuestem Film "Munich". Angelehnt an das Buch "Vegeance" von George Jonas wird hier die fiktive Geschichte eines 5-köpfigen Mossad Teams erzählt, das die Drahtzieher des tödlichen Geiseldramas liquidieren soll. Anführer der Truppe ist Avner (Eric Bana), der den Auftrag anfangs in naiver Loyalität annimmt, um ihn als gescholtenes Wrack zu beenden.

Nach den letzten 3 Reinfällen hat Spielberg es endlich wieder geschafft einen guten Film abzuliefern. Handwerklich wie immer erste Güteklasse vermögen diesmal auch Schauspieler und vor allem die Geschichte zu überzeugen. "München" ist dabei keineswegs als 164-minütige Geschichtsstunde zu sehen, dafür lässt die Vorlage zuviel Freiraum für Spekulationen, den Spielberg auch gerne ausfüllt, gibt aber ein hervorragendes Bild der Zeit und ein plausibles Szenario des Nachspiels von "München" wieder.

Der gerade heute immernoch brisante Konflikt zwischen Isreal und Palestina wird erstaunlich objektiv und von vielen Seiten vom Vorzeigejuden Spielberg beleuchtet. Prägnant zu sehen im Film während der Diskussion zwischen einem PLO Mitglied und Avner, der sich in dieser Szene als Deutscher ausgibt.
"München" stellt viele Fragen, ohne dabei den Zeigefinger ermahnend erheben zu müssen. Vom Freiheitsgedanken des "eigenen zu Hauses" bis hin zur eigentlich Quintessenz, der Frage ob man Terror mit Terror begegnen darf. Natürlich ist der Film nicht der erste und der letzte der sich damit auseinandersetzt, doch verpackt Spielberg den Stoff in ein so packendes Szenario, dass nicht nur die Gewaltdarstellung im Film beklemmend real wirkt. Verstärkt durch verschachtelt eingebaute TV-Aufnahmen und Berichte des Attentats gelingt es Spielberg und seinem Hauskomponisten John Williams (in einer Szene geht ein Musikstück aus dem Fernsehen in seinen Score über) eine nie zuvor erlebte Authentizität zu erschaffen. Diese gipfelt in der finalen Montage des Films (Flughafen Fürstenfeldbruck), die kurz vor'm Abhang zum Kitsch am Höhepunkt glücklicherweise stehen bleibt.

London, Rom, Jerusalem, Paris, Beirut, Athen. "München" ist ein handwerklich perfekter, multikultureller Politthriller, der den Melting Pot kalt zurücklässt und gerade in diesen Zeiten erfrischend mutig daherkommt, Kontroverse hin oder her.

2 Comments:

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Anonymous Anonym said...

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