Freitag, März 03, 2006

The New World



Traumhaft. Terrence Malick hat es nach dem von mir sehr geliebten "The Thin Red Line" wieder mal geschafft mich erneut verzaubern. "The New World" ist dabei recht ähnlich aufgebaut: Traumhaft schöne Kulissen und Naturaufnahmen im Weitwinkelobjektiv eingefangen, gepaart mit poetischen Monologen und einzigartigen Bild/Ton-Kompositionen.
Obwohl es fast ausreichen würde sich dieser einzigartigen Harmonie die vollen 135min hinzugeben, erzählt der Film auch eine mitreissende Geschichte und zwar keine unbekannte. Malick hatte sein Skript, eine Aufbereitung der "Pocahontas" Geschichte, obwohl der Name zu keinem Zeitpunkt fällt, zu seinem Film seit den 70ern in der Schublade, und hat es nun endlich geschafft es auf Zelluloid zu bannen.

Collin Farell und Neuentdeckung Q'Orianka Kilcher beschränken sich, natürlich auch anfangs wegen mangelnder Sprachkenntnisse, wohltuend auf Mimik und Gestik und verzichten auf schwulstige Dialoge, die den ruhigen Erzählfluss massiv gestört hätten. Vor allem Kilcher mimt die unschuldige und naive Indianerprinzessin mit bemerkenswerter Hingabe und Passion. Beide harmonieren perfekt vor der Kamera und ihre zarten Anbandlungen sind ein wahrer Augenschmaus. Der gute Nebencast um Christopher Plummer und dem immer sympathischen Christian Bale sei an dieser Stelle auch noch genannt.
Untermalt werden die Bilder der neue Welt mit Klassikstücken von Wagner und Mozart und James Horners verträumtem Score. Ein Mix, der in jeder Szene wie die Faust auf's Auge passt und Malicks Bildgewalt erst die Magie einhaucht. Das anfangs angesprochene Voiceover der beiden Protagonisten mag zwar manchmal etwas aufgesetzt klingen, fügt sich aber nahtlos in den Grundtenor des Films ein.
"The New World" ist eine Ode an die Natur, an ihre Unschuld und eine Liebeserklärung der kitschfreien Art. Ein wahres Gedicht von einem Film.