A Scanner Darkly

A Scanner Darkly basiert auf dem gleichnamigen Roman von Philip K. Dick, der darin Teile seiner eigenen Drogenvergangenheit beschreibt, und wie sie ihn, seine Freunde und seine Umwelt zerstört hatte.
In naher Zukunft angesiedelt, beschreibt die Vorlage zu Indie-Regisseur Richard Linklaters Film, wie Staat und Mensch mit diesem Problem zu kämpfen haben, und von Wahnvorstellungen bis zum Verlust der Identität wird kein Drogensujet ausgelassen.
Auffällig ist zunächst der sehr gelungene Comicartige Look des Films, bei dem man nur hin und wieder das Zuhören vergisst, da man sich schnell in die gemalten Details der Umgebung verlieren kann. Diese Methodik dient dabei keinesfalls dem Selbstzweck, sondern ist ein stimmungsvolles Stilmittel um der verzerrten Wahrnehmung des Protagonisten (Keanu Reeves) Ausdruck zu verleihen. Zusammen mit der Musikuntermalung von Radiohead erzeugt Linklater hier eine sehr dichte Atmosphäre, die von Anfang bis Ende bestand hält.
Das sind alles sehr gute Ansätze, doch leider kommt der Film nicht drum herum den Zuschauer mit unzähligen, sinnfreien und schnell ermüdenden Diskussion zwischen Keanu Reeves Drogenbuddies (Robert Downey Jr., Woody Harrelson, Rory Cochrane) zu langweilen. Vor allem Downey Jr. brilliert hier als Junkie, doch passen solche Dialoge, zumindest in dieser hohen Anzahl, wohl eher zu "Fear and Loathing in Las Vegas" als zu einem derart heiklen Thema. Überhaupt entwickelt sich Linklaters Film nur sehr zäh, sodass bis gut 20 Minuten vor Schluss die Handlung in 2-3 Sätze zusammenfassbar gewesen wäre. Im Gegensatz dazu das Ende, dem 5 Minuten mehr vielleicht genügt hätten, auch den Nicht-Buchkenner nicht ganz so plötzlich etwas hilflos zurückzulassen.
Trotzdem ist A Scanner Darkly ein sehr ambitioniertes Projekt und spätestens wenn Philip K. Dick im Abspann die Liste seiner durch Drogen verstorbenen oder erkrankten Freunde präsentiert ist auch dem Teenie in der letzte Reihe klar: Don't do drugs!


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