Freitag, August 04, 2006

Fantasy Filmfest 2006


Vom 2. - 9. August findet dieses Jahr wieder einmal das Fantasy Film Fest in Köln satt. Anders als in den Jahren zuvor, habe ich es dieses Mal geschafft mir für eine paar Filme Karten zu sichern. Im einzelnen sind das: Final Fantasy VII: Advent Children, Storm, Adam's Apples, A Scanner Darkly, Sha Po Lang und Brick.
Gestern startete das Fest für mich persönlich mit den ersten 3 Filmen.


Final Fantasy VII: Advent Children












Der Film knüpft unmittelbar an die Geschehnisse aus dem äusserst beliebten Final Fantasy VII für die PlayStation an und nach einer kurzen Exposition wird der unwissende Zuschauer ins kalte Wasser geworfen. Da werden mit Namen und Schauplätzen um sich geworfen und ein um's andere Mal bleibt der Nicht-Fan ratlos kauernd im Sessel zurück.
Macht aber alles nichts, denn wenn man sich einmal mit dieser Tatsache abgefunden hat, lässt man sich einfach von den bombastischen Effekten und Actionsequenzen überrollen. Davon gibt es in FF nämlich einige und alle übertreffen sie sich gegenseitig in punkto Rasanz. Ein wahres ffektfeuerwerk und kein Vergleich zur Schlaftablette "The Spirits Within".

Der Fanboy wird sich wahrscheinlich wie ein kleines Kind freuen, all' die liebgewonnenen Charaktere aus dem Spiel auf der großen Leinwand, in so einer Pracht, wiedersehen zu dürfen, und sich ganz euphorisch auf die Suche nach Anspielungen im Hintergrund machen (fehlende Dramaturgie hin oder her) doch auch alle anderen können ihren Spaß an Advent Children haben. Die 101 Minuten Effektkino vergehen jedenfalls wie im Flug und machen Lust auf die Spiele.


Storm











Storm ist eine als Thriller mit Fantasyelemten getarnte Charakterstudie des schwedischen Regieduos Marlind/Stein. Die erste Stunde weiss man nicht so richtig was das ganze denn nun alles soll und guckt sich die durchgestylten Bilder an doch nach und nach löst sich der Schleier um den Mulholland Dr. Ideenklau. Trotzdem ist Storm sehr spannend erzählt, auch mit einem sehr ruhigen Mittelteil, mit starken Darstellern gespickt und bedient sich zwar relativ simpler Metaphorik, die ich jedoch zumindest in dieser Form noch nicht gesehen habe.
Das Regiegespann meint es zwar manchmal etwas zu gut mit Kameraeffekten,-filtern etc. und einige Punkte (Comic) des Drehbuchs hätte man schlicht streichen sollen, doch alles in allem ist Storm ein solides Stück schwedisches Genrekino, mit ein paar Makeln. Auf jeden Fall einen Blick wert.


Adam's Apples














Der neue Film von Dänemarks Alleskönner Anders Thomas Jensen ist so ziemlich das schwärzeste Stück Kino seit "Boyz n the hood". Nie lagen Trauer und Lachen so nah beieinander; man erwischt sich nicht nur einmal dabei, wie einem das Lachen im Hals stecken bleibt. Mit gewohnt skurilen Charakteren besetzt, die ihren Job mit Bravour meistern, ist Adam's Apples ein gehöriger Seitenhieb auf die Kirche und die naive Blauäugigkeit ihrer Anhänger. Jensen versteht es dennoch, trotz seiner augenzwinkernden Kritik, die Kirche letztenendes ins rechte Licht zu rücken. Wie das aussieht muss wohl jeder für sich selbst entscheiden, meinen Segen hat Jensen jedenfalls.
Dass diese schwarzehumorige Perle aus dem "Land der Mohammed-Karikaturen" stammt, setzt dem ganzen nurnoch die Krone auf. Anschauen!