Samstag, Dezember 03, 2005

Die Aussenseiterbande


Passend zu seinem 75. Geburtstag gab es heute "Bande á part" von Frankreichs Regieaushängeschild Jean-Luc Godard. Da mir seine Werke bis dato gänzlich unbekannt sind, möchte ich mich in näherer Zukunft mehr mit ihm und seinen Filmen beschäftigen.

"Die Aussenseiterbande" wurde mir als "Einsteigergodard" empfohlen, und das war wohl auch gut so, glich das Gesehene doch nicht wirklich den Konventionen, die man heutzutage gewohnt ist.
Der Film handelt von den 3 Schmalspurganoven Odile, Franz und Arthur, die sich das Geld zur Immigration in die USA von Odiles reichem Arbeitgeber erklauen wollen.

Godards Werk wird von einem autorialen Off-Erzähler belgeitet, der zwischendurch immer wieder blumige Kommentare zum Geschehen zum Besten gibt und den Zuschauer explizit auch als diesen anspricht. Der erste Eindruck von "Die Aussenseiterbande" war ein etwas verwirrter. Eine gewisse Ziellosigkeit des Films lässt sich nicht abstreiten. Das Ziel der 3 Hauptakteure ist dafür jedoch umso klarer: die USA. Godards offentsichtliche Passion für die vereinigten Staaten und seinen Film wird nicht nur durch Coca Cola und das Zitieren von Billy the Kid und Pat Parrett offensichtlich, sondern durch einen Hollywoodtypischen Shootout und das obligatorische Happy End.

"Bande á part" ist ein konfuser aber unterhaltsamer Mix aus unkonventionellen (bei einer Schweigeminute wird für 36Sekunden der komplette Ton abgedreht) und genretypischen Elementen geworden, der Lust auf weitere Filme des Nouvelle Vague Filmemachers macht. Voraussetzung ist allerdings, dass man sich mit den Hintergründen des Regisseurs und des Films näher beschäftigt. Anderenfalls versäumt der noch so aufmerksame Zuschauer zahlreiche Anspielungen und Zitate, wie es leider auch bei mir zum Teil bei dieser ersten Sichtung der Fall war.

Das "Die Aussenseiterbande" selbst in der heutigen "Quentin Tarantino-Zeit" nicht an Finesse verloren hat, zeigt die von Obergeek Tarantino gegründete Produktionsfirma mit Namen "A Band Apart".