Sonntag, Januar 22, 2006

Memoirs of a Geisha


Rob Marshalls ("Chicago") Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Arthur Golden behandelt einen Teil der Lebensgeschichte der wohl bekanntesten Geisha "Sayuri", dargestellt von der bezaubernden Zhang Ziyi.
Von ihren Eltern an ein Geishahaus verkauft, fristet sie zunächst ihr Dasein als Haussklavin, bis sie sich eines Tages als kleines Mädchen in einen reichen Fabrikdirektor (Ken Watanabe) verliebt und beschließt Geisha zu werden, um dem Direktor gesellschaftlich und damit auch physisch näher kommen zu können.

"Die Geisha" ist eine waschechte Hollywoodproduktion und das merkt man leider auch. Nicht nur, dass die wichtigen Rollen alle mit chinesischen(!) Darstellern besetzt wurden (die jedoch alle hervorragend sind), die Hollywoodtypischen Stereotypen finden sich genauso im Film wieder wie die hochglanzpulierten japanischen Gärten und der Kirschblütenregen. Hübsch anzuschauen ist das allemal, doch gibt der Film mit einer Lauflänge von gut 140min zu wenig her und ist zu sehr auf das amerikanische Publikum zugeschnitten worden. Der zweite Weltkrieg wird mit ein paar US-Flugzeugen, die über das Dorf fliegen symbolisiert (es fällt keine einzige Bombe, warum wohl?) und so spricht Zhang Ziyi sogar in einer Szene direkt in Kamera mit der Frage: "Was unterhält denn die Amerikaner?"
Selbst John Williams Golden Globe prämierter Score ist zwar schön anzuhören, doch klingt er mehr nach einem Best Of aus Tan Duns genialen "Tiger and Dragon" sowie "Hero" Kompositionen.

Doch ist "Die Geisha" wahrlich nicht so schlecht wie er in der Presse gerne gemacht wird. Was für's Auge gibt es neben Zhang Ziyi nämlich reichlich und für einen kleinen Einblick in die Welt der Geishas ist der Film gerade richtig. Schade um den Stoff, der in asiatischen Händen sichtlich besser aufgehoben worden wäre.

Ein Film für die Sinne, wer anspruchsvolles Kino sehen möchte ist hier allerdings falsch.

2 Comments:

Anonymous Anonym said...

deni film fand ich nit so jut =(

5:38 PM  
Anonymous Anonym said...

Habe den Film gesehen. Deine Kritik trifft ihn sehr gut. Aber wenn man schöne Bilder mag und nicht so viel erwartet, dann ist er ganz ok.
Allerdings: Ein zweites Mal schaue ich ihn mir nicht an :-)
LG Hanna

2:20 PM  

Kommentar veröffentlichen

<< Home